Kromis sind ängstlich?

Ängstlich nicht wirklich, aber vorsichtig.

 

Die Kromis, die ich kenne, strotzen nicht gerade vor Selbstbewusstsein. Aber sie verbergen ihre Unsicherheiten dank meisterhaften Schauspielerfähigkeiten:

 

Ich hatte irgendwann mal gelesen, das Kromis an der Leine zu Größenwahn neigen. Dazu kann ich nur sagen - Kabou braucht dafür keine Leine!!! Er spielt sich manchmal vor fremden Hunden (vornehmlich bei Rüden) auf, als wäre er ein Pitbull oder ein Dobermann und nicht ein kleiner Kromfohrländer. Manchmal knurrt er nur bedrohlich, ein anderes Mal springt der provozierend direkt vor der Nase des anderen Hundes auf und ab und kläfft dabei wie irre.

 

Die meisten Hunde durchschauen Kabou und reagieren kaum oder knurren vielleicht leise zurück. Nur deren Besitzer werden immer nervös. Selbstverständlich greife ich stets ein und gebe Kabou sehr deutlich zu verstehen, dass ich dieses Verhalten keinesfalls dulde. Zum Einen kann ich mir ja nicht wirklich sicher sein, wie das Gegenüber reagiert. Zum Anderen will ich unbedingt verhindern, dass Kabou diese Art der Begrüßung ritualisiert.

 

Aber eigentlich weiß ich, dass eine minimale Bewegung in der Gesichtsmimik des anderen Hundes genügt und Kabou duckt sich weg, zieht die Rute ein, macht sich ganz klein, schießt wimmernd zwischen meine Beine und schaut mich von unten nach oben an: "Frauchen? Klärst du das bitte für mich?"

 

Denn eigentlich ist mein Kabou ein ausgesprochener Schisser: Macht auf dicke Hose, aber es kommt nur heiße Luft und es steckt nichts dahinter. Wann immer ihm etwas unheimlich ist, versteckt er sich zwischen meinen Beinen, sucht Schutz und überlässt mir die Klärung. Das macht er so, seit ich ihn den ersten Tag habe.

 

Trotzdem ist Kabou nicht überängstlich. Er erschreckt sich zwar schnell, wenn etwas unerwartet herunterfällt oder Lärm macht. Aber er beruhigt sich auch sofort wieder. Ist ihm irgendwas nicht bekannt, erkunde ich dies mit ihm gemeinsam. Er scheint ein unerschütterliches Vertrauen in mich zu haben: Wenn ich mit ihm zusammen auf etwas zugehe, kommt er mit; auch wenn er vorher einen riesigen Bogen darum gemacht hat.

 

Ich muss sagen, dass mir diese Art sehr zusagt. Natürlich will ich keinen ängstlichen Hund haben, aber einen, der sich ohne nachzudenken in oder auf alles stürzt und sich so in Gefahr begibt, möchte ich auch nicht haben. Ich finde, Kabou hat genau die richtige Mischung an Selbstbewusstsein und Zurückhaltung.

 

Nur das Großmackergehabe - das darf er gern wieder ablegen! Spätestens bitte nach der Pubertät...