Kromis lernen schnell?

Auf jeden Fall!

 

Kabou galt in der Hundeschule immer als Streber. Das Einzige, was nicht immer geklappt hat, war das Abrufen aus dem Spiel. Aber sonst begreift Kabou wirklich schnell. Auch solche Sachen wie nichts Essbares vom Boden aufnehmen, was den meisten Hunden ja wirklich schwer fällt.

 

Kabou macht es sichtlich Spaß, etwas richtig zu machen, wenn er sieht, dass ich mich darüber freue. Da kommt wieder die Bezogenheit auf seinen Menschen durch. Kabou tut fast immer fast alles dafür, um mir zu gefallen.

 

Trotzdem erzieht sich ein Kromi nicht von selbst! In die Kromi-Erziehung fließt trotz seiner Intelligenz viel Zeit, Geduld und Konsequenz, bis der Kromi zu einem braven Hund gereift ist, den man gern überall mitbringen darf.

 

Die schnelle Auffassungsgabe übrigens nicht nur Vorteile: Das bedeutet nämlich, dass er auch jeden Blödsinn sofort lernt. Stellt Kabou etwas an und irgend jemand lacht darüber oder sagt "oh wie süß", kann ich davon ausgehen, dass er dies ab sofort immer wieder machen wird. Auch wenn andere Hunde etwas anstellen, lässt Kabou sich schnell anstecken, macht mit und führt es zukünftig auch alleine aus.

 

Und Blödsinn wieder abtrainieren - das dauert...

 

Auch wenn Kabou schnell lernt - das bedeutet nicht, dass er immer genau das tut, was ich von ihm fordere. Kromis sind so gewieft, dass sie immer wieder hinterfragen, ob das, was gestern galt auch heute noch gilt. Und wird man einmal schwach, hat man verloren. Dann kann man diese Sache wieder ganz von vorne trainieren.

 

Bei Kromis ist es daher noch wichtiger als bei manch anderen Rassen, dass man sich von vornherein überlegt: Was soll mein Hund dürfen und was nicht? Wurde er ein oder zweimal vom Tisch gefüttert, wird er immer dort sitzen und betteln. Das ist kaum noch rauszukriegen. Durfte er ein paar Mal, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen, auf's Sofa springen, wird er sich das Recht zukünftig immer herausnehmen.

 

Hier ist wirklich Konsequenz gefragt. Ganz egal, wie schief der Kromi sein Köpfchen legt. Egal, wie verführerisch sein Augenaufschlag ist. Egal, wie sehr er traurig guckt. Egal, wie enttäuscht er vor sich hin jammert. - Und glaubt mir: Das ist wirklich schwer durchzuhalten. Kromis wissen ganz genau, wie sie ihre Menschen um ihre Pfötchen wickeln können! Kabou merkt sich jede Nachlässigkeit oder Inkonsequenz und bei nächster (un-)passender Gelegenheit holt er genau das Verhalten wieder hervor, welches ich mir nicht wünsche.

 

Konsequenz heißt aber keinesfalls Härte oder Lautstärke. Denn Kromis sind richtige Sensibelchen. Härte brauchen sie niemals. Das würde nur das Vertrauen in seine Menschen brechen sowie ihn scheu und ängstlich werden lassen. Auch muss man ihm gegenüber nicht laut werden.

 

Ein ernster Tonfall, ein strenger Blick, kein Lächeln - das reicht schon. Ein Kromi weiß sofort, dass er gerade etwas falsch gemacht hat und wird sofort versuchen, alles zu tun, damit man wieder gut mit ihm ist. Daher sage ich immer, Kabou braucht liebevolle Konsequenz. Hört er nicht, und ich hebe drohend meinen Zeigefinger und ermahne ihn stimmlich mit dem Wort "FREUND!?" kann ich sichergehen, dass er wieder spurt.

 

Auch dazu habe ich schon etwas geschrieben, als ich über Kabous pubertäres Verhalten berichtete.