Kromis sind anderen Menschen gegenüber zurückhaltend?

Die Beobachtung kann ich nicht so ganz teilen. Allerdings habe ich, da ich auch von dieser Zurückhaltung gelesen hatte, von Anfang an die Begegnung mit anderen Menschen trainiert. Wann immer uns anfangs beim Spazierengehen andere Menschen begegneten, steckte ich ihnen Leckerlis zu und bat sie, Kabou zu füttern und zu streicheln.

 

Dabei achtete ich darauf, dass möglichst verschiedene Menschen dabei waren: junge & alte, Männer wie Frauen, Dicke & Dünne, Große und Kleine, Kinder zu Fuß, mit Dreirad, Skateboard, und so weiter, Menschen mit Rollatoren oder Rollstuhl, an Krücken gehende Menschen, alle Haarfarben, verschiedene Hautfarben, Frauen mit Flatterröcken, Männer in langen dunklen Mänteln oder mit Hut, Nordic Walker,...

 

Kindern habe ich dabei auch gleich immer erklärt, dass sie immer erst den Besitzer des Hundes fragen müssen, bevor sie einen Hund anfassen und dass sie immer von der Seite die Hand heranführen sollen; nicht von oben. Dafür waren dann auch meist die Eltern gleich noch sehr dankbar.

 

Kleine Kinder fand Kabou lange nicht so toll. Ich glaube, diese ungelenke, ungestüme, lautlärmende Art konnte er nicht gut einschätzen. Nach einigen Wochen war aber auch das kein Problem mehr.

 

Dieses Training hatte zur Folge, dass Kabou der Meinung war, alle Menschen seien ausschließlich deshalb auf der Welt, um ihn zu bespaßen. Da ich Kabou meist frei laufen lasse, raste er stets völlig überdreht auf andere Menschen zu und sprang sie freudig an. Verständlicherweise fanden das nicht alle Menschen lustig, aber dem süßen Kromiwelpen wurde meistens verziehen. Trotzdem steuerte ich gegen dieses Verhalten, denn ich wollte ja auch nicht, dass Kabou alle Menschen anspringt. Das ist einfach kein höfliches Hundeverhalten.

 

Inzwischen läuft alles super: Kabou geht unvoreingenommen auf fremde Menschen zu, wenn diese sich ihm nähern. Er hat keine Angst und weicht auch nicht aus. Allerdings nimmt er auch nicht mehr von sich aus Kontakt mit fremden Menschen auf. Also genau so, wie man es sich von einem Hund wünscht.

 

Menschen, die Kabou kennt, werden allerdings weiterhin überschwenglich und voller Freude begrüßt. Wer es ihm erlaubt, wird auch gern dabei angesprungen und geknutscht.