"Dr. Jeckyll & Mr. Hyde"

Zu meinem Wesen möchte sich unbedingt mein Frauchen zu Wort melden. Deshalb überlasse ich ihr hier mal das Feld:


Für mich kommt es bei der Kromi-Zucht nicht nur auf das Aussehen der Kromis an, sondern in erster Linie auf die Gesundheit und (mindestens genauso wichtig!) das Wesen der Zuchttiere, was ja ebenfalls an die Nachkommen vererbt wird.

 

Deshalb mag ich auch nicht verschweigen, dass Kabou nicht nur der verschmuste Sofahund ist, sondern unter Anderem auch ein durch und durch sehr temperamentvoller Rüde, der nicht immer nur lieb daher kommt. Das pubertäre Verhalten, dass ich schon mal beschrieben habe, möchte ich dabei gar nicht überbewerten, denn das macht sicherlich jeder Kromi - egal ob Männlein oder Weiblein - durch.

 

Grundsätzlich ist Kabou natürlich großartig! Er ist ein wirklich typischer Kromi-Rüde. Ein bisschen vorsichtig bzw. zurückhaltend manchmal, aber zusammen mit mir geht auf jede noch so unheimliche Sache zu und untersucht sie dann gründlich. In 99% der Zeit ist Kabou ein Traum von einem Hund: Anhänglich (mit etwas Hang zum Kontrollverhalten), anpassungsfähig, lernfähig, lieb, lebenslustig, fröhlich, verspielt, verschmust, aktiv... (Noch mehr Adjektive, die zu Kabou passen, findet ihr hier.) Er gibt sich alle Mühe mir zu gefallen und es mir stets recht zu machen.

 

Mit seinem Kromi-Charme wickelt er nahezu alle (Hunde wie Menschen) um seine Pfötchen; und das in Nullkommanix. Sind wir zwei allein zu Hause, liebt er nichts mehr, als wenn ich mit ihm spiele oder kuschele. Gerade abends liegen wir gerne stundenlang auf dem Sofa und genießen einfach, dass wir zwei uns gefunden haben.

 

Trifft Kabou auf Hündinnen, wird er schlagartig zum heißblütigen Casanova und vergisst mich vollkommen. Er scharwenzelt um die Damen herum, verteilt Küsschen, tobt mit ihnen, tanzt für sie (Kabou ist Meister im Pirouetten drehen!) und wird dann manchmal auch ziemlich aufdringlich.

 

Soweit also "Dr. Jekyll".

Nun aber zu "Mr Hyde":

 

Wie viele Kromis ist auch Kabou etwas unsicher im Umgang mit anderen Hunden. Bei Hündinnen merkt man ihm das gar nicht an; bei Rüden durchaus: Trifft Kabou nämlich im Freilauf auf einen anderen (intakten) Rüden, vergisst er hin und wieder sein gutes Benehmen. Leider pöbelt Kabou dann herum und war sich früher auch nicht für ein kleines Kämpfchen zu schade. Trotz mehrerer Hundetrainer mit verschiedenen Trainingsansätzen habe ich ihm dieses Verhalten bis heute leider nicht komplett abtrainieren können.

 

Inzwischen bin ich sehr gut im Lesen meines Rüdens: Ich merke sofort, wenn ihm etwas spanisch vorkommt. Dann sag ich nur "alles ist gut" und Kabou entspannt sich sofort. Er kommt zu mir, damit ich ihn an die Leine nehmen kann, was ihm offensichtlich die Sicherheit verleiht, dass ich auf ihn aufpasse und ihn beschütze. Denn was Kabou durch unser intensives Training gelernt hat, ist dass ich die Situation kontrolliere und nicht er selbst. Und er vertraut mir, dass ich alles im Griff habe.

 

Ich weiß nun, dass dieses Verhalten nicht auf mangelnder Erziehung oder fehlendem Vertrauen zu mir beruht. Es liegt an Kabous zu geringem Selbstvertrauen. Bevor der andere Hund merken kann, dass Kabou unsicher ist, zieht er sich lieber die dicken Hosen und die Goldkettchen an und macht den Lauten, um den anderen Hund zu beeindrucken und wegzujagen. Trotzdem arbeiten wir weiter daran, dass Kabou diese Situation auch ohne Motzen überstehen kann. Das klappt immer besser!

 

Rüdenpöbeleien kommen bei Kabou also nur noch sehr selten vor: Nämlich nur, wenn ich unaufmerksam war und ihm nicht das Gefühl von Sicherheit und Führung vermittelt habe. Und abgesehen von dieser Macke ist Kabou wirklich ein absoluter Schatz, der draußen seine Kraft und Energie auslebt und drinnen zu einem Schmusetier mutiert. Einfach nur zum Liebhaben!

 

Übrigens: Das Kromi-Rüden an der Leine zu Größenwahn und Leinen-Rambos werden, kann ich überhaupt nicht bestätigen. Kabou hat sich auch während seiner schlimmsten Rüden-Pöbel-Phase an der Leine immer gut benommen.